Peterchens Mondfahrt
nach dem Märchen von Gerdt von Bassewitz
Regie Matthias Hay
Eine Inszenierung des Schauspielensemble Iserlohn e.V.
in Zusammenarbeit mit der Ballettschule Bauer, der Musikschule Iserlohn und dem Kulturbüro Iserlohn
Premiere:
12. Dezember 1998 15.00 Uhr
Weitere Aufführungen:
13. Dezember 1998 15.00 Uhr
14. Dezember 1998 11.00 Uhr
jeweils im Parktheater Iserlohn
Wer kennt sie nicht, die wunderbare Geschichte von Peterchen und Anneliese und dem ängstlichen Maikäfer Sumsemann mit den fünf Beinchen? Was die Eltern unserer Eltern bereits im Kindesalter bezauberte, hat auch heute noch seinen unwiderstehlichen Reiz.
Peterchen und seine kleine Schwester Anneliese machen sich mit dem Maikäfer Sumsemann auf, um das vor Generationen den Sumsemännern abhanden gekommene sechste Beinchen zurückzuholen. Um das zu schaffen, müssen sie bis auf den Mond fliegen. Auf dem Weg dorthin erleben sie viele Abenteuer und begegnen den wunderlichsten Gestalten – vom Sandmännchen über die Sonnenfrau, dem Donnermann, der Blitzhexe und vielen anderen bis zu dem schrecklichen Mann im Mond. Mit Beherztheit und ihrem unerschütterlichen Glauben an das Gute – und mit Unterstützung der himmlischen Mächte – verhelfen Peterchen und Anneliese dem dicken Sumsemann zu seinem Glück.
Mag heute auch manchem kritischen Geist die autoritätsgläubige Grundhaltung überholt erscheinen, so vermittelt das Märchen neben dem Zauber der Phantasie und der Liebe zur Natur sowohl Gemeinsinn als auch einen ermutigenden Optimismus.
Die Mitwirkenden
Bildergalerie
| Die Darsteller | |
| Peterchen | Dennis Treck |
| Anneliese | Karna Wegner |
| Sumsemann | Björn Plutka |
| Die Mutter | Annette Petereit |
| Minna | Birgitt Stephan |
| Das Sandmännchen | Roland Vorberg |
| Der Mondmann | Sebastian Petereit |
| Die Nachtfee | Sandra Schmidtchen |
| Der Eismax | Karen Heese |
| Die Blitzhexe | Marion Hennig |
| Der Donnermann | Klaus Schotte |
| Die Wolkenfrau | Uta Preuße |
| Der Regenfritz | Alexander Kraas |
| Der Wassermann | Frank Roßmann |
| Der Milchstraßenmann | Vassilios Orfanidis |
| Das Printenmännchen | Sabine Gerber |
| Der Weihnachtsmann | Klaus Schotte |
| Die Sonne | Bettina Wells |
| Der Morgenstern | Christopher Markert |
| Der Abendstern | Daniel Rose |
| Die Morgenröte | Johanna Rose |
| Die Abendröte | Michele Schröter |
| Peterchens Sternchen | Malte Guttek |
| Annelieses Sternchen | Britta Wagenknecht |
| 3 Sternchen | Sarah Petereit |
| 4 Sternchen | Lisa Roßmann |
| 5 Sternchen | Ginea Malou Hay |
| 6 Sternchen | Julia Krüger |
| Die Ballett-Sternchen | Nadin Garinier - Dorothea Ihde - Pia Krause - Kim Tillmann - Lea Vogell - Katharine Doth - Julia Piatek |
| Die "Zugpferde" des Schlittens | Esther Guttek - Melanie Gulle - Iracema Sobirey - Verena Schäfer |
| Weitere Mitwirkende | |
| Regie | Matthias Hay |
| Souffleusen | Dagmar Treck - Claudia Roßmann |
| Kostüme | Günseli Karca - Miriam Glock - Helga Kümper |
| Maske | Wolfgang Ehrlich - Karen Heese - Marion Hennig |
| Bühnenbild | Roland Vorberg - Jason Brenner |
| Requisite | Wolfgang Ehrlich - Jason Brenner - Roland Vorberg - Christopher Markert |
| Toneffekte | Thomas Reinecke |
| Tontechnik | Mark Czessak - Jason Brenner - Sebastian Kubicky |
| Grafikvorlagen | Ralf Siemon - Christian Schmidt |
| Computergrafik | Matthias Hay |
| Projektionen | Jason Brenner |
| Beleuchtung | Stephan Ruthenberg |
| Choreographie | Helga Bauer-Schramm |
| Script | Claudia Roßmann - Uta Preuße |
| Das Orchester | |
| Leitung und Klavier | Ingrid Weilnhammer |
| Violine | Attila Kubiniy |
| Violine und Schlaginstrumente | Anna Weilnhammer |
| Violoncello und Schlaginstrumente | Veith Weilnhammer |
Pressespiegel
| Iserlohner Kreisanzeiger 19.06.2018 |
| Auf der Suche nach Sumsemanns Beinchen IKZ-Report von Cornelia Merkel |
| Zwei kleine Mädchen sitzen am Bühnenrand. Das eine legt sein Bilderbuch beiseite. Die Kleine hat ihren Vater inmitten seiner Schauspieltruppe gesichtet. „Papi, komm!“ ruft die Kurze. Vassilios Orfanidis ist zwar gleich als „Milchstraßenmann“ dran, aber die Kleine gibt keine Ruhe. Also läßt er Rolle Rolle sein, sprintet nach vorn, nimmt sein zweijähriges Töchterchen Maja auf den Arm und beruhigt sie mit wenigen Worten. Dann setzt er sie neben ihre große Schwester Pia und nimmt seine Position wieder ein. Endprobe für „Peterchens Mondfahrt“. Gerdt von Bassewitz‘ Märchen hat im Parktheater am Samstag Premiere. „Ich mach nicht mehr mit. Ich geh raus in den Schnee!“, ruft ein anderes Mädchen. Nach zwei Stunden intensiver Probenarbeit ist das Kind ganz heiß auf die weiße Pracht auf dem Theatervorplatz. „Wir dürfen nicht raus, hat Matthias gesagt“, hält ihre Mitspielerin sie zurück. Matthias ist der Regisseur. Mit Hausnamen heißt er Hay. Aber die kleinen und großen Ensemblemitglieder duzen sich alle. Auch den Regisseur, der offensichtlich ein strenges Regiment führt. Matthias Hay hält es mit den 40 Mitwirkenden vom Schauspiel-Ensemble Iserlohn und von der Ballettschule Bauer-Schramm genauso. Eine Ausnahme bilden die Orchester-Mitglieder unter Leitung von Ingrid Weilnhammer am Klavier. Neben ihr spielen Attila Kubinyi (Violine) und Ingrid Weilnhammers Kinder Veith (Cello) und Anna (Violine). Generationen kennen und lieben „Peterchens Mondfahrt“. Auch Kulturbüroleiter Johannes Josef Jostmann: Die Geschichte von Peterchen, Anneliese und dem ängstlichen Maikäfer Sumsemann mit den fünf Beinen fand er so schön, daß er Matthias Hay noch bei der Generalprobe seiner letzten Regierarbeit „Felix und der finstere Fürst“ für die Aufführung dieses reizvollen Märchens gewann. Hay ließ sich schnell begeistern. Und dann ging es mit Feuereifer zur Sache: Erste Leseproben folgten im Oktober oder November letzten Jahres. Für ihn war von vornherein klar, daß Live-Musik dazukommen sollte. In der Musikschule fand er Mitstreiter. Thomas Reinecke schuf die Toneffekte. Anfang des Jahres begannen die Proben im Jugendzentrum Karnacksweg. Zwischendurch wichen die Darsteller auch ins Ballettförderzentrum und in die Gustav-Edelhoff-Halle im Wohnpark Buchenwäldchen aus. Richtig intensiv ging’s nach den Sommerferien ans Werk. Beim „Tag der offenen Tür“ zur Eröffnung der Spielzeit konnte das Schauspiel-Ensemble Iserlohn sogar schon eine Kostprobe servieren. Im Parktheater kam jetzt der letzte Schliff. Einige Mitspieler sind zu ihren Rollen gekommen, wie die berühmte Jungfrau zum Kind. Claudia Roßmann beispielsweise. Eigentlich wollte sie nur ihre Tochter zur ersten Probe bringen. Und flugs wurde sie kassiert. Im Laufe der Probenarbeit avancierte sie von der Souffleuse zum Scriptgirl. Genauso vereinnahmt wurde ihr Ehemann Frank, der im Stück den „Wassermann“ mimt. „Peterchens Mondfahrt“ ist ein sehr personalintensives Stück, wie die lange Darstellerliste zeigt. Außer den schon erwähnten Mimen finden sich da Dennis Treck (Peterchen) und Karna Wegner (Anneliese), Björn Plutka (Sumsemann), Annette Petereit (Mutter), Birgitt Stephan (Minna), Roland Vorberg (Sandmännchen), Sebastian Petereit (Mondmann), Sandra Schmidtchen (Nachtfee), Karen Hesse (Eismax), Marion Hennig (Blitzhexe), Klaus Schotte (Weihnachtsmann/Donnermann), Sabine Gerber (Printenmännchen), Alexander Kraas (Regenfritz), Uta Preuße (Wolkenfrau), Bettina Wells (Sonne), Christopher Markert (Morgenstern), Daniel Rose (Abendstern), Johanna Rose (Morgenröte) und Michele Schröter (Abendröte). Was wäre dieses kosmische Abenteuer ohne die vielen Sternchen, nämlich Malte Guttek, Britta Wagenknecht, Sarah Petereit, Lisa Roßmann, Ginea Malou Hay und Julia Krüger? Nicht zu vergessen auch die Ballett-Sternchen Nadine Gardinier, Dorothea Ihde, Kim Tillmann, Lea Vogell, Katharine Doth, Julia Piatek und Pia Krause. Als Zugpferde des Schlittens stellen Esther Guttek, Melanie Gulle, Iracema Sobirey und Verena Schäfer ihre Kräfte unter Beweis. Regisseur Matthias Hay ist zufrieden: „Die Kostüme sind auf den letzten Drücker fertig geworden.“ Günseli Karla, Miriam Glock und Helga Kümper haben in Rekordzeit zauberhafte Kostüme genäht. Bei der Probe werden sie getestet, einige Änderungen abgesprochen. Die Probenmoral der vielen Mitwirkenden ist bewundernswert. Aber nach zwei Stunden ist es auch damit vorbei. Mußten sie bis jetzt diszipliniert folgen, werden besonders die jüngeren Ensemble-Mitglieder in der eingelegten Pause übermütig. „Regenfritz“ alias Alexander Kraas spritzt seine Mitstreiter naß. Gekreische in der ersten Reihe. Andere gehen zum Angriff auf die Proviantbeutel über und fördern Obst, Brötchen, Cracker, Joghurt und Mineralwasser zutage: Mittagspause auf der Bühne und in den Theaterpolstern. „Ey, das ist hier keine Rennstrecke. Ein Sack Flöhe kann nicht schlimmer sein“, ereifert sich augenzwinkernd „Wolkenfrau“ Uta Preuße, als die aufgedrehten Mädchen eine Verfolgungsjagd durch die Theater-Reihen starten. Eine anregende Proben-Atmosphäre, bei der man etwas von dem Zauber der Phantasie und dem Gemeinsinn erahnt; Eigenschaften, die diesem Märchen innewohnen. |
| Iserlohner Kreisanzeiger 14.12.1998 |
| Bezauberndes Mondmärchen Umjubelte Premiere des Schauspielensembles Iserlohn im Parktheater |
| Iserlohn. „Oh, der Weihnachtsmann“, staunte ein kleines Mädchen in der vierten Reihe bei dem himmlischen Bühnengeschehen nach der Pause. Ein typisches Beispiel dafür, daß Märchenaufführungen wie „Peterchens Mondfahrt“ auch im Zeitalter von gigantischen Disney-Trickfilm-Produktionen immer noch Staunen und Begeisterung hervorrufen. Dieser zeitlose Stoff, aus dem Kinderträume sind, vermag nach wie vor zu fesseln und die Phantasie zu beflügeln, auch ohne aufwendigen technischen Schickschnack, wenn man ihn so behutsam umsetzt wie das Schauspielensemble Iserlohn. Mit der Aufführung des Kinderstückes nach dem Märchen von Gerdt von Bassewitz bezauberten und beeindruckte die starke Schauspieltruppe Kinder und Erwachsene. Kompliment an die rund 40 Darsteller für ihre geschlossene Ensemble-Leistung. Besondere Erwähnung verdienen der zwölfjährige Dennis Treck, der die Hauptrolle von Peterchen souverän und pfiffig spielte. Gut gefiel auch die fast gleichaltrige Karna Wegner als sein Schwesterchen Anneliese. Eine enorme sprachliche Leistung muß man Roland Vorberg als Sandmännchen bescheinigen. Überaus komische Seiten gewann Frank Roßmann seiner köstlichen Wassermann-Rolle ab. Selbst wenn es bei der Premiere erhebliche technische Probleme bei der Tonübertragung gab, spendete das Publikum immer wieder begeisterten Applaus. Matthias Hay ist eine liebevolle Inszenierung gelungen. Helga BauerSchramm zeichnet verantworlich für die ansprechende Choreographie der BallettSternchen. Leider war die Tonübertragung der dazu eingespielten Musik in der Premiere erheblich zu laut geraten, so daß sich einige Kinder sogar die Ohren zuhielten. Die musikalische Live-Begleitung von Ingrid, Anna und Veith Weilnhammer und Attila Kubinyi setzte der phantasievollen Darbietung das Sahnehäubchen auf. Optisch verzauberten die wunderschönen Kleider und Kostüme, die maßgeblich von Günseli Karla geschaffen wurden. Geschmack und Inspiration bewiesen ebenso die Requisiteure Wolfgang Ehrlich, Jason Brenner, Roland Vorberg und Christopher Markert, die mit Hilfe von kosmischen Projektionen auf aufwendige Bühnenbilder verzichteten. Besonders originell war der Sternchen-Kopfhörer des Sandmannes. Reizvoll gestalteten die Ausstatter den Puppengarten und die Bilderbuchwiese im Himmel. Es gab verdientermaßen Blumen für die vielen Talente „made in Iserlohn“ deren Fan-Gemeinde sich nicht nur aus Freunden und Verwandten rekrutiert. Drei ausverkaufte Vorstellungen mit rund 2400 Besuchern sind Beweis genug. Man darf schon gespannt sein auf die nächsten Projekte zum zehnjährigen Bestehen 1999 des Ensembles. Cornelia Merkel |
| Westfälische Rundschau 14.12.1998 |
| Aufwendige Inszenierung kam beim Publikum hervorragend an |
| Iserlohn. (sky) „Ach, wenn die Kinder doch nur artig wären““ seufzte das verschrumpelte Sandmännchen, während es mit strengen Augen überwachte, wie seine ihm untergebenen Sternchen sich eifrig polierten. „Seid mir bloß artig“, mahnte es auch das Publikum, und prompt rieselte eine Handvoll Sand über die vorderen Reihen: „So, nun ist Ordnung für diese Nacht – ich muß sagen, Sandmännchen hat’s wieder gut gemacht.“ Doch auf den Plätzen dachte nicht im Traum ein Kind daran, seine Augen zu schließen viel zu spannend war es, wer sich alles auf dem Mond ein Stelldichein gab: Der unheimliche Donnermann (Klaus Schotte) samt seiner Blitzhexe (Karen Heese), die bezaubernde Nachtfee (Sandra Schmidtchen) oder der sich in einer Badewanne räkelnde Wassermann (Frank Roßmann) – selbst die dicke Wolkenfrau (Uta Preuße) schwebte an. Mittendrin Peterchen (Dennis Treck) mit Schwester Anneliese (Karna Wegner), dem auf seiner Mondfahrt mit Käfer Sumsemann (Björn Plutka) noch viele andere sonderbare Wettergestalten begegneten. Eine glanzvolle Premiere feierte das Schauspielensemble Iserlohn am Samstag im ausverkauften Parktheater mit seinem Märchenstück „Peterchens Mondfahrt“. Was in enger Zusammenarbeit mit dem Ballettstudio Bauer und der Musikschule dort auf die Bühne gebracht wurde, beeindruckte in beiden Aufführungen nicht nur die Kinder sichtlich. Es war eine Inszenierung von Iserlohner Laiendarstellern, wie sie an Aufwand und Mühen bisher selten in der Waldstadt zu sehen war. Regisseur Matthias Hay hatte ganze Arbeit geleistet, die Vielzahl an Darstellern zu koordinieren – darunter auch beachtenswert viele Kinder, die ihre Rollen bei der Premiere meisterten, als täten sie das jede Woche. Herausragend auch Matthias Hays Leistung, Live-Musik, Ballett und Schauspiel kindgerecht miteinander in Einklang zu bringen. Selbst die Toneffekte wurden dazu vom Iserlohner Künstler Thomas Reinecke eigenhändig produziert. Allein die Tatsache, daß während des Stücks nichts aus der Konserve stammte, Requisiten mit viel liebe zum Detail zur Geltung kamen und das alles nach unermüdlichem Einsatz von fast vierzig Darstellern und zwei Dutzend Mitwirkenden hinter der Bühne, konnte die Aufführungen am Wochenende zu einem besonderen Erlebnis für das Publikum machen. Die Begeisterung für das Stück ist groß – auch die Aufführung heute nachmittag ist seit Wochen ausverkauft. |
